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Henry C. Beck - Erfinder der Netzspinne

Eine Marke der Serie Klassisches Design der britischen Post ist dem Liniennetzplan von London Underground gewidmet.

 

London UndergroundEine Marke der Neuausgabe "Klassisches Design" der britischen Post ist dem Liniennetz-plan von London Underground gewidmet. Liniennetzpläne, wie sie uns heute in allen Städten begegnen, hat 1933 der technische Zeichner in der Signalabteilung der London Underground, Henry C. Beck - besser bekannt als Harry Beck - entworfen.

Bis zu dieser Zeit wurden Liniennetzpläne von Nahverkehrsunternehmen, insbesondere U-Bahn Netzpläne, in normale Stadtpläne eingezeichnet. Da Bahnhöfe im Innenstadtbereich näher beieinander liegen als in den Außenbezirken, waren diese Pläne recht unübersichtlich und unhandlich. In der Innenstadt konnte man die Namen der Stationen kaum lesen, der Außenbereich nahm viel Platz in Anspruch, obwohl es dort nur wenige Stationen gab.

Beck war der Ansicht, dass es dem Fahrgast bei einem Netzplan gar nicht auf topografische Genauigkeit ankam, er will vielmehr leicht ersehen können, wie er von einer Station zur anderen kommen kann. In seiner Freizeit entwarf er einen Liniennetzplan der Londoner U-Bahn, in dem alle Bahnhöfe den gleichen Abstand zueinander hatten. Die Linien zeichnete er entweder vertikal, horizontal oder in einem Winkel von 45° ein.

London Underground war sich nicht sicher, ob das Publikum eine so revolutionäre Neuerung annehmen wird. So wurde nur eine kleine Auflage dieses neuen Plans gedruckt und mit dem Hinweis versehen: "Ein neues Design für eine alte Karte. Wir würden uns über Ihre Meinung dazu freuen. Bitte schreiben Sie an den Public Manager...". Die Resonanz auf den neuen Plan war überwältigend positiv und das Liniennetz von London Transport beruht noch heute auf dem Entwurf von Harry Beck.

Doch nicht nur in London setzte sich der Entwurf von Harry Beck durch. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) behielten die Liniennetzpläne noch lange ihre stadtbildähnliche Darstellung bei. Erst im Jahre 1957 gaben sowohl die BVG West als auch die BVG Ost einen Liniennetzplan heraus, der dem Design von Harry Beck sehr nahe kam. Heute fertigen wohl alle Verkehrsunternehmen in der Welt ihre Netzpläne nach diesem Grundmuster an.

Harry Beck blieb die Anerkennung für sein Werk lange verwehrt. London Transport beauftragte bald andere Grafiker mit der Aktualisierung seines Planes. 1947 kündigte er daraufhin bei London Transport und unterrichtet künftig Typografie und Farbdesign an einem Londoner College. Erst lange nach seinem Tod wurde ihm im London Transport Museum eine Galerie mit seinen Werken eingerichtet. In einer BBC-Fernsehsendung im März 2006 wurde Becks Liniennetzplan zum zweitbeliebtesten britischen Design des 20. Jahrhunderts gewählt. Am 10. Januar 2009 widmete die Britische Post dem Werk von Harry Beck eine Briefmarke, auf der sein Name als Designer des Liniennetzplanes der Londoner Underground genannt ist.

L. Walkowiak

zuletzt geändert am 27.04.16 von Johannes Schubert